Woche 10: Das Kinder- und Jugendwohnheim Clara Zetkin e.V. – Zuhause und Perspektive

Veröffentlicht am 16.03.2011 in Soziales
 
Das Kinderheim „Clara Zetkin“ hat eine lange Tradition in Halle, auch wenn sich der Verein Clara Zetkin e.V. erst 1995 gegründet hat. Als Kinderheim 1978 gegründet fanden sich hier Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zusammen, die bereits in den Zeiten der DDR mehr in ihrer Arbeit gesehen haben, als dass was vom Leiter vorgegeben wurde.


In den Zeiten der Wende hat sich das ausgezahlt, aus dem DDR-Kinderheim ist ein Kinderheim und später ein Verein entstanden, in dem von engagierten Mitarbeitern und ehrenamtlichen Unterstützern eine ausgezeichnete Arbeit für die Kinder Halles geleistet wird.

Der Clara Zetkin e.V. ist freier Träger der Jugendhilfe in der Stadt Halle und bietet vor allem Hilfsangebote zur Erziehung an. Der Verein bemüht sich darüber hinaus besonders um Schulverweigerer. Trotzdem ist das Kinderheim im Böllberger Weg 177 sicherlich das bekannteste Angebot, über das ich mich bei meinem Besuch und im Gespräch mit dem Heimleiter Herrn Ast. genauer informiert habe. Im Gespräch mit ihm wird man sehr schnell von seinem Enthusiasmus angesteckt, der den Verein in den letzten 15 Jahren weit gebracht hat. Herr Ast erzählt mir, dass die erfolgreiche Geschichte des Kinderheims auch durch eine Reihe von glücklichen Begegnungen und zufälligen Angeboten geprägt wurde. So berichtet er mir, dass dem Kinderheim 1992 – vermittelt durch die damalige SPD Bundestagsabgeordnete Christel Rieman-Hanewinckel – das Angebot unterbreitet wurde eine Gruppe von Kindern zum Erholungsurlaub nach Dänemark zu schicken. Aus diesem Besuch entstand eine jahrelange Verbindung mit einer dänischen Gewerkschaftsgruppe, die den Aufbau des Vereins und des Kinderheims vielfältig unterstützt hat. „Dieser Besuch in Dänemark war wirklich eine Sternstunde unseres Vereins“ sagt Herr Ast heute.
Aber trotz dieser großartigen Unterstützung wären ohne die tatkräftige Hilfe der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter viele Projekte im Sande verlaufen. Der Neubau des Kinder- und Jugendwohnheims wurde erst durch die erbrachte Eigenleistung - auch der Kinder und Jugendlichen die zu dieser Zeit dort wohnten - möglich. „Da wurde noch nach Feierabend und am Wochenende mit angepackt – anders wäre es auch nicht gegangen“ so Herr Ast und er erzählt mir eine kleine Anekdote, die vielleicht den Einsatz dieser Zeit am besten zusammenfasst. Ein Teil der verabredeten Eigenleistung war der Aushub für den Keller des geplanten Hauses. Ein Mitarbeiter, der dabei mithalf kam zu Reiner Ast und erzählte ihm, dass die Aufgabe beim besten Willen nicht in der veranschlagten Zeit zu schaffen wäre. Man hat ja nur einen Eimer und ein Seil und deshalb ist die Zeit viel zu knapp. In seinen Worten war auch ein wenig Verzweiflung zu hören – so Herr Ast. Aber er hatte auch an eine Lösung gedacht. ‚Wir kaufen noch vier Eimer und vier Seile und dann schaffen wir das schon’. Diesen Einsatz haben sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bis heute bewahrt, auch wenn jetzt andere Projekte auf dem Plan des Vereins stehen.
Ein Projekt, dass für Halle wirklich einzigartig ist, und von dem ich selbst sehr beeindruckt bin ist das SMAK-Projekt. Diese Abkürzung steht für Schul-Motivations-Aktivierungs-Kurs in dem Kindern und Jugendlichen bei der Rückkehr zum regelmäßigen Schulbesuch geholfen wird. Einzigartig ist dabei, dass dieses Projekt eine Brücke zwischen Schule und Jugendhilfe schlägt und somit nicht nur die Betreuung der Kinder und Jugendlicher beinhaltet, sondern auch die Eltern mit ins Boot holt. „Nur so“ berichtet mir der Projektleiter Herr Bunk, „kriegen wir es hin, dass nach der Zeit im Kurs die Kinder auch weiter zur Schule gehen.“ Für den Erfolg des Projektes spricht, dass viele Kinder und Jugendliche freiwillig zum Verein kommen und es mittlerweile eine Warteliste für die 15 Kursplätze gibt. Umso unverständlicher ist es, dass die Finanzierung dieses Projektes jedes Jahr wieder auf der Kippe steht, denn sie muss immer wieder neu vom Kultusministerium gewährt werden. Ich bin der Meinung, wenn solche Projekte ihren Erfolg gezeigt haben, muss das Land auch Möglichkeiten für eine zuverlässige Finanzierung finden. Solange in Sachsen-Anhalt mehr als 10 Prozent aller Schüler die Schule ohne Abschluss verlassen müssen solche Projekte gefördert werden. Als Landtagsabgeordnete will ich mich dafür stark machen.

 

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Mit besten Grüßen

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